Tagestipps

Samstag 20:15 Uhr NDR Info

Jazz Klassiker

Father of Ragtime - Der Pianist Eubie Blake Mit Marianne Therstappen "Shuffle Along" heißt das erste am Broadway aufgeführte Musical, das von einem Schwarzen komponiert wurde. James Hubert Blake, genannt "Eubie" komponierte es 1921 zusammen mit dem Sänger Noble Sissle. Doch besonders bekannt ist der Pianist Eubie Blake für die Komposition der Ragtime-Rhythmen und Songs wie "Charleston Rag", "Memories of You" und "I"m Just Wild about Harry".

Samstag 21:05 Uhr NDR Info

Das Kriminalhörspiel

Der Monolog der Terry Jo Von Max Bense und Ludwig Harig Regie: Klaus Schöning Mit Giselheid Hönsch, Alois Garg, Rudolf Kleinfeld-Keller, Heinz Schacht, Alf Marholm, Gerhard Becker, Magda Hennings, Peter Lieck, Michael Thomas, Marius Müller-Westernhagen, Helmut Peine, Herbert Fleischmann, Annemarie Schlaebitz, Louise Martini, Siegfried Wischnewski SR/RB 1968 In der Karibischen See wurden im Jahr 1961 die Gäste einer Yacht ermordet. Nur das Mädchen Terry Jo entkam diesem Schicksal. Sie trieb mehrere Stunden im Wasser, ehe sie von einem Frachtschiff aufgenommen wurde. Noch auf der Schwelle der Bewusstlosigkeit erzählte sie den Hergang des Verbrechens. Dieser Fall der Terry Jo dient einem Hörspieltext zur Vorlage, der mithilfe eines Computers zustande gekommen ist. Aus dem authentischen Wortmaterial, den Sprachfetzen der Bewusstlosen, ergibt sich in Anwendung der Kombinatorik allmählich der Ablauf des Verbrechens. Weitere Informationen unter ndr.de/radiokunst. Das Kriminalhörspiel

Samstag 22:00 Uhr Bremen Zwei

Sounds in concert: Jazzfest Berlin 2019 (II)

Marc Ribot Quartet (USA) / Christian Lillinger"s Open Form For Society (USA/NOR) Konzertmitschnitte vom 1.11. bzw. 3.11.2019 aus dem Haus der Berliner Festspiele Das zweite Jazzfest unter der künstlerischen Leiterin Nadin Deventer war in vielfacher Hinsicht herausfordernd. Es begann mit einem Groß-Event im ehrwürdigen Gropius-Bau. Anthony Braxton, von jeher ein eigenwilliger Intellektueller der Avantgarde, ließ unter der Überschrift "Sonic Genome" sechs Stunden lang die Räumlichkeiten des Ausstellungsbereiches bespielen. 60 MusikerInnen bewegten sich in Kleingruppen über Treppen und Flure und versammelten sich nach Lust, Laune und Intuition, um Kompositionen des gestandenen US-Amerikaners zu intonieren. Im Foyer des Haus der Festspiele in Wilmersdorf, Stammsitz des Festivals, hatte das Kim Collective aus Berlin eine klingende "Pilz"-Installation eingerichtet, in der zuweilen auch gekocht wurde - Steinpilze. Am letzten Konzert-Abend eroberte die bunt besetzte Truppe die Bühne des großen Saals, bezog allerdings auch Ränge, Unterbühne und die Aufbauten ein. Unter der thematischen Leitlinie "Kollektive, Communities und internationale Begegnungen" erklang viel Schroffes und Sprödes, wurde das Publikum (das zum Teil auf der Bühne oder auf Matratzen direkt davor lauschte) Zeuge von frei improvisiertem Austausch, von Resultaten spezieller Sound- und Form-Konzepte und von ungewöhnlichen stilistischen Kreuzungen. Zu den etablierten Namen im Programm gehörte der US-amerikanische Gitarrist Marc Ribot, ein stilistisch enorm vielseitiger Fixstern der New Yorker Szene. Mit seinem aktuellen Quartett, in dem er zuweilen auch singt, gastierte er - überraschenderweise - zum ersten Mal überhaupt beim Berliner Jazzfest. Drummer Christian Lillinger, umtriebiger Wahlberliner, hat unter dem Motto "Open Form For Society" eine mittelgroße Formation auf seine speziellen Groove- und Form-Vorstellungen eingeschworen.

Samstag 23:00 Uhr HR2

The Artist"s Corner - DRAMAjetzt!

Kein Schafspelz, kein Wolf | von Julian Mahid Carly Der Cum-Ex-Skandal wurde als größter Steuerraub in der Geschichte Europas bezeichnet. Allein in Deutschland wurden bis 2016 durch die geplanten Aktiengeschäfte über 30 Milliarden Euro an der Steuer vorbei geschleust. Umso erstaunlicher ist, dass die Berichterstattung schnell wieder aus dem öffentlichen Diskurs verschwand.

Samstag 23:03 Uhr SWR2

SWR2 Spätvorstellung

Politischer Aschermittwoch(1/2) Mit dabei: Sarah Bosetti, Josef Brustmann, Fathi Çevikkollu, Nils Heinrich und Georg Schramm Musik: Andrej Hermlin and his Swing Dance Band Gastgeber: Arnulf Rating (Aufzeichnung vom 26. Februar 2020 im Theater des Westens) Einmal im Jahr zieht es unsere führenden Politiker außerhalb des Wahlkampfs zum Politischen Aschermittwoch in der Provinz. Es ist Tradition, dass das Volk dabei Bier zu sich nimmt, während die Politiker so tun, als würden sie dem Volk reinen Wein einschenken. Während sich die Parteivertreter derart ins Hinterland entfernen, geht es beim 16. Politischen Aschermittwoch in der Hauptstadt zur Sache. Hier tritt niemand auf, weil er Stimmen bekommen will. Hier geht es darum, sich der Phrasendreschflegel der Politik zu erwehren mit einer geballten Ladung Satire. Und das wie seit Jahren mit auserlesenen Wortkünstlern, die sich extra zu diesem Anlass zusammentun. (Teil 2, Samstag, 7. März, 23.03 Uhr)

Samstag 23:05 Uhr NDR Info

Nachtclub Classics

Der Welt abhanden gekommen Zum einjährigen Todestag von Mark Hollis, Sänger und Mastermind der Synthie-Pop Band Talk Talk Mit Goetz Steeger Der künstlerische Werdegang von Mark Hollis ist die Antithese zum schrillen Pop-Posertum und dem Zwang, koste es was es wolle, auf sich aufmerksam zu machen. Mit Talk Talk stand er Mitte der 80er-Jahre im großen Rampenlicht, "Such A Shame", "It"s My Life" oder "Life is What you make it" rotierten in allen Kanälen und standen an der Spitze der Charts. Doch auch schon hier resonierte etwas besonderes in den Songs, eine klagende Schönheit, die so etwas wie Tiefe hinter der Catchiness des Refrains versprach. Dieses Versprechen lösten Talk Talk "88 mit dem Album "Spirit Of Eden" ein. Musik mit einem langen, meditativen Atem, zeitlos und an keinerlei Marktkriterien gebunden. Nicht auf Anhieb zugänglich, aber eine Kostbarkeit für den, der sich die Zeit nimmt zuzuhören. Die Plattenfirma EMI verklagte damals die Band wegen ihrer Abkehr vom verwertbarem Charts-Pop, noch ein weiteres Album erschien, diesmal beim Jazz-Label Verve. In aller Stille trennten sich Talk Talk freundschaftlich und im Einvernehmen, in der Stille lebte auch Mark Hollis von da an, getreu seines Credos: "...spiele keine Note, bevor du nicht einen guten Grund dafür hast". 1998 veröffentlichte Mark Hollis noch ein Soloalbum, danach tauchte er nur noch bei seltenen Gelegenheiten als Gastmusiker auf; am 25. Februar 2018 ist er der Welt abhanden gekommen - in aller Stille. Goetz Steeger verneigt sich vor einem der großen Künstler des Pop im weitesten Sinne, seine Musik wird das Zeitliche überdauern - hören Sie selbst! Erstsendung Sonnabend, Wiederholung am Mittwoch auf NDR Blue

Samstag 23:05 Uhr BR-Klassik

Musik der Welt

Die große kritische Stimme aus Mali Oumou Sangaré Von Marlene Küster Sie ist Sängerin, Songschreiberin, gesellschaftspolitische Kommentatorin, engagierte Feministin und Wegbereiterin eines neuen weiblichen Selbstbewusstseins in Mali - die Sängerin Oumou Sangaré. Sie ist die Erste, die ganz offen die Praxis der Vielehe des überwiegend muslimischen westafrikanischen Landes Mali kritisiert. Ihrem Blick entgeht kaum ein Problem der weiblichen afrikanischen Realität. Ihre Worte sind direkt und kämpferisch. Musikalisch ist sie von der Wassoulou-Kultur geprägt. Wassoulou ist eine Region südlich der Hauptstadt Bamako. Dort nehmen besonders Sängerinnen eine beherrschende Stellung ein und Oumou Sangaré ist heute die populärste unter ihnen. Typisch für die Musik dieser Region, die auf einer alten Tradition von Jagdliedern mit fünfstufigen Melodien basiert, ist eine kleine Harfe, die so genannte Kamalengoni mit einem Stakkato-Klang. Diesen Melodien und Rhythmen fügt Oumou Sangaré sparsam elektrische Instrumente hinzu. Außerdem wird ihre faszinierende Stimme von Trommeln, Bass, Gitarre und alten westafrikanischen Chorgesängen begleitet. Die charismatische Künstlerin festigt mit ihrem aktuellen Album "Seya" ihre Position als eine der bedeutendsten Sängerinnen Afrikas. Ihr Markenzeichen sind kritische Songs und ein funkiger Wassoulou-Sond.

Samstag 23:10 Uhr Ö1

Die Ö1 Jazznacht

5 Millionen Pesos: Gregor Aufmesser im Studio und mit "Aufmessers Schneide" im ORF RadioKulturhaus Gregor Aufmesser einen Kontrabassisten zu nennen, ist eine glatte Untertreibung. Denn der gebürtige Badener (Jahrgang 1988) kann neben Instrumentalstudien (klassisch und Jazz) an der Musikuniversität Wien auch auf eine Vergangenheit in der Salzburger Alternative-Rock-Szene und auf einen Abschluss als Jurist verweisen. Seine kompositorischen Ideen entzünden sich indessen gerne an Phänomenen der Physik, wie das Ende 2018 veröffentliche CD-Debüt "Orbs" des Septetts "Aufmessers Schneide" demonstriert: "Particle Oscillation" oder "The Zeroth Law" nennen sich zwei der von sympathisch eigenwilliger tonsetzerischer Phantasie kündenden Piecen. Xavier Plus bittet Gregor Aufmesser zum Gespräch und präsentiert das Konzert von "Aufmessers Schneide" vom 15. Jänner 2020, aufgenommen im Studio 3 des ORF RadioKulturhauses in der Reihe "5 Mio. Pesos". Gestaltung: Xavier Plus

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